Nun ist es soweit, die Ferien sind vorbei und man probiert neues.
Ich für meinen Teil habe mich dazu entschieden, eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger zu beginnen. Nach der Ausbildung zum Sozialassistent und fast fünf Jahren Arbeit als solcher war es Zeit, sein Wissen und Kompetenzen zu festigen und sich weiter zu entwickeln.
Nur was für Kompetenzen und Wissen lerne ich denn in den immerhin drei Jahren Vollzeit? Es ist ein weites Spektrum und umfasst viele verschiedene Themen und Bereiche, da kann man schnell mal erschlagen werden und den Überblick verlieren.
In der Ausbildung zur Heilerziehungspflege erwirbst du sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Fähigkeiten, um Menschen mit Behinderungen, physischen Erkrankungen und allgemeinem Unterstützungsbedarf in ihrem Alltag zu unterstützen und zu fördern. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Hier ist ein Überblick über die wichtigsten Inhalte und Bereiche, die du während der Ausbildung lernst:
1. Grundlagen der Heilerziehungspflege
- Entwicklungspsychologie: Verstehen der Entwicklungsphasen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
- Pädagogik und Didaktik: Lern- und Lehrmethoden, um Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen zu fördern.
- Ethik und Sozialkunde: Auseinandersetzung mit moralischen und gesellschaftlichen Fragestellungen.
2. Pflege und Gesundheit
- Grundpflege: Durchführung der Basispflege, wie Körperpflege, Ernährung und Mobilisation für Menschen mit Unterstützungsbedarf
- Medizinische Grundlagen: Grundwissen über Erkrankungen, Behinderungen, chronische Krankheiten und deren Auswirkungen.
- Erste Hilfe und Notfallmanagement: Reaktion auf medizinische Notfälle und die Versorgung von Menschen mit besonderen gesundheitlichen Bedürfnissen.
3. Soziale und kommunikative Kompetenzen
- Kommunikation: Erlernen von Gesprächstechniken, die auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen und generellem Unterstützungsbedarf abgestimmt sind.
- Konfliktmanagement: Umgang mit Konflikten im Alltag und in der Betreuung.
- Teamarbeit: Zusammenarbeit mit anderen Fachkräften, Angehörigen und Institutionen.
4. Rechtliche und organisatorische Grundlagen
- Rechtliche Rahmenbedingungen: Kenntnis von Gesetzen und Vorschriften im Bereich der Behindertenhilfe, Pflege, Sozialarbeit und Gesundheitswesen.
- Dokumentation und Berichterstattung: Führen von Berichten und Pflegeplanungen, einschließlich der Dokumentation von Pflege und Unterstützung für Menschen mit physischen und chronischen Erkrankungen.
5. Förderung und Therapie
- Methoden der heilpädagogischen Förderung: Einsatz von Spielen, Übungen und kreativen Aktivitäten zur Förderung von Fähigkeiten bei Menschen mit unterschiedlichsten Unterstützungsbedarfen.
- Therapeutische Ansätze: Einführung in verschiedene Therapieformen, wie Ergotherapie, Musiktherapie, Kunsttherapie und physiotherapeutische Maßnahmen.
6. Praktische Ausbildung
- Praktika: Anwendung des gelernten Wissens in realen Arbeitssituationen, z.B. in Wohnheimen, Tagesstätten, Pflegeeinrichtungen oder Schulen für Menschen mit Behinderungen und körperlichen Erkrankungen.
- Projektarbeit: Eigenständige Planung und Durchführung von Projekten zur Förderung von Menschen mit Behinderungen, physischen Krankheiten und allgemeinem Unterstützungsbedarf.
7. Persönlichkeitsentwicklung
- Reflexion: Regelmäßige Selbstreflexion über die eigene Arbeit und den Umgang mit Klienten.
- Supervision: Begleitung durch erfahrene Fachkräfte, um die eigene Praxis zu verbessern und zu reflektieren.
Die Ausbildung in der Heilerziehungspflege ist sehr praxisnah und erfordert sowohl Einfühlungsvermögen als auch eine stabile Persönlichkeit. Ziel ist es, dich darauf vorzubereiten, Menschen mit Behinderungen, physischen Erkrankungen und allgemeinem Unterstützungsbedarf ein möglichst selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu ermöglichen.
Soviel erst mal dazu. Obendrauf kommt, dass man mit dieser Ausbildung direkt mehrere Abschlüsse absolviert. Zum ersten ist man staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger, hat sein Fachabi in Gesundheit und Soziales und kann später auf einer Fachhochschule verschiedenste Studiengänge studieren und sein Wissen vertiefen und erweitern.
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